Schifffahrt

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Ammersee- und Pfaffenwinkelbahn auch unter: www.werdenfelsbahn.de erreichbar

Eine Bahnstrecke mit viel Potential an Fahrgästen; Attraktionen und Sehenswürdigkeiten

Unsere Vorfahren am Ammersee konnten nur mit größeren und kleineren Booten und Flößen auf dem See fahren, bis eine Dampfschifffahrtsgesellschaft gegründet wurde. 1877 kam das erste für den Ammersee bestimmte Schiff in Einzelteilen mit der Eisenbahn aus Zürich in Wilzhofen bei Weilheim an, wo es mit Fuhrwerken nach Diessen zum Zusammenbau transportiert wurde. Der “Omnibus”, der später in “Marie” umgetauft wurde, ist von den Schiffsbauern der Fa. Escher&Wyss aus Zürich in St. Alban zusammengebaut. Im Juli 1878 war Taufe und Stapellauf des "Omnibus". Bis 1908 versah dieses Schiff seinen Dienst auf dem See, bis es dann am Ufer von Riederau als Seglerheim ihre Verwendung fand. Im Mai 1880 wurde das Amperschiff "Mari Theresia" eingesetzt. Marie-Therese war die Gattin des Prinzen Ludwig von Bayern und später die letzte Königin von Bayern. Im September 1893 lief in Stegen das größte Ammersee-Schiff "Gisela" vom Stapel. Es faßte 800 Personen. In der Rätezeit 1919 mußte es den Namen einer bayerischen Prinzessin ablegen und wurde in "Augsburg" umbenannt. Das Schiff lief 70 Jahre auf dem See. 1898 wurde die Bahnlinie Augsburg-Weilheim eröffnet, 1903 die von München nach Herrsching. Bevor der Ammersee durch Bahnlinien erschlossen wurde, war die einzige Bahnverbindung zum Ammersee auf der Strecke München - Lindau der Bahnhof Grafrath. Mit der Postkutsche oder mit dem Schiff, das im Volksmund "Mooskuh" genannt wurde, kam man nach Stegen. 1907 lief die "Andechs" vom Stapel, 1908 die ,,Dießen", die bis 2005 noch ihren Dienst auf dem Ammersee vollbrachte und im Frühjahr 2006 durch die neue “Diessen” ersetzt, die nun 10 Meter länger ist.

(Bild oben: Ansichtskarte um 1910 mit Dampfer “Gisela”)

Jetzt verrichtet ein Dieselmotor die Arbeit. 1945 wurde die "Andechs" von den Besatzungstruppen schwer beschädigt (vermutlich Franzosen). Sie steht jetzt in Utting und dient als Seglerheim. Das Bockerl ,,Schondorf" wurde 1909 als Winterschiff gebaut und 1953 verschrottet. Seitdem ist der Winterverkehr ganz eingestellt. Diese vier Schiffe wurden mit Kohlen geheizt, die mit der Bahn angeliefert wurden. Am Bahnhof Dießen befand sich gegenüber dem Bahnhof ein Kohlenbunker (heute eine weiße Wand ca. 1m hoch mit der Aufschrift "Luftkurort Diessen", dahinter befinden sich jetzt Toiletten). Der Kohlenbunker hatte einen Holzaufbau mit Wellblechdach. In dem Dach waren Klappen, in denen man von den Güterwaggons aus die Kohle in den Bunker werfen konnte. Vom Kohlenbunker aus wurden die Kohlen in Körben auf kleine Loren verladen und auf einer Schmalspurbahn zum Dampfersteg gefahren, von wo aus sie in die Bäuche der Schiffe geschüttet wurden. Heute ist das Gleis am Bahnhof entfernt und das dazugehörige Grundstück wurde von der Gemeinde Dießen, nach einem fehlenden Grundbucheintrag, zweimal gekauft (1976? u. 1994). Auch von der Schmalspurbahn ist in der heutigen Zeit nichts mehr zu sehen.
Nach dem Krieg wurden die Dieselschiffe: 1950 die "Utting", 1956 die ,,Herrsching" und 1961 die ,,Schondorf" getauft und dem See übergeben. Für die anliegenden Seeorte hat die Linienschiffahrt an Bedeutung verloren. Beliebt sind heute Rundfahrten und Sonderfahrten. Auch bei trübem Wetter sind die Schiffe, dank der Satellitentechnik (GPS) gut besetzt.
 

 

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