Riederau

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Ammersee- und Pfaffenwinkelbahn auch unter: www.werdenfelsbahn.de erreichbar

Eine Bahnstrecke mit viel Potential an Fahrgästen; Attraktionen und Sehenswürdigkeiten

Am Heiligen Abend 1898 fuhr der erste Zug durchgehend auf der Strecke Augsburg-Weilheim, und Riederau wurde Bahnstation mit einer Wellblechhütte an der Kilometermarkierung 37,7. Als 1902 in Dießen das hölzerne Bahngebäude durch einen gemauerten Bau ersetzt wurde, kam das Holzgebäude nach Riederau, vorher Stand von 1898 bis 1902 eine Wellblechhütte für die Haltestelle.

In der Vorplanung aber wurde der Haltepunkt Riederau nicht Berücksichtigt, da die Besiedelung nur aus ein paar Häusern bestand. Als in den Jahren 1938-38 die Bahnhöfe grundlegend Saniert wurden, erhielt Riederau 1937 sein endgültiges - bis Heute stehendes - Bahnhofsgebäude. Lediglich die Rampe zur Güterverladung blieb bestehen. Die Inneneinrichtung hat sich bis zur heutigen Zeit fast nicht verändert.

(Bild oben: Bf. Riederau im Winter 1999)

Gegen einen solchen Bahnhof oder Haltepunkt in der Nachbargemeinde Holzhausen hatten sich die dort ansässigen Maler mit Erfolg gewehrt. Zuerst war die Haltestation Riederau gar nicht geplant gewesen, erst als man die Wirtschaftlichkeit der Holzverladung erkannte, wurde diese Haltestelle eingerichtet. Dem Bahnhof ist es wohl mit zu danken, daß aus ursprünglich zwei Bauernhöfen bestehende Riederau eine Ortschaft mit mehr als tausend Einwohnern entstand. Einer der Bauernhöfe ist der "Stohrer-Hof", der lange Zeit als Museum diente und unter den Namen "Kreis-Heimat-Stube" lief. Dem Baustil zu beurteilen wurden in den 30er Jahren einige Häuser an der Hauptstraße gebaut, so wie z.B. das jetzige Gebäude, in der sich die Sparkasse und die Post befindet. Ende der 80er Jahre ging das Gerücht um, daß der Bahnhof, wie schon zuvor Greifenberg, geschlossen wird. Darauf deutete damals die Planung der elektrischen Schranke hin, die an der Überfahrt zum See neben dem Bahnhofsgebäude errichtet werden sollte. Wenn man heute zurückblickt kann man sagen, daß der Bahnhof Riederau mit seiner Holzverladung zu dem damaligen Erfolg führte, daß die Strecke eine der wirtschaftlichsten Lokalbahn war und 1913 zu einer Hauptbahn ausgebaut wurde.

(Bild oben: Ruhe-Oase am Bf. Riederau)

Der Bahnhofsbereich:
Das jetzige Bahnhofsgebäude von 1938 hat sich bis in die heutige Zeit fast nicht verändert. Was an diesem Gebäude auffällt ist, daß der Keller sehr hoch gebaut worden ist (ca. 3,50m). Im Keller befindet sich das Spannwerk für die ehemalige Weiche zum Abstellgleis und dem noch bestehenden Signal von der Einfahrt aus Diessen. Das Bahnhofsgebäude von Riederau ähnelt sehr dem von St. Ottilien. Im offenen Warteraum befindet sich eine Wandmalerei mit badenden Kinder im Ammersee. Solche Wandmalereien kann man an den meisten Bahnhöfen entlang der Ammerseebahn finden im Bereich des Ammersees. Auf der Südseite des Gebäudes befand sich auch ein Gemälde, so wie man es heute noch am Bahnhof St. Ottilien sehen kann. Leider ist dieses Bild nicht mehr vorhanden. Der Eingang zum geschlossenen Warteraum mit Fahrkartenausgabe hat eine sehr große Flügeltüre. Im geschlossenen Warteraum war auch die Gepäckausgabe mit einem großen Rolltor, größer als am Bahnhof Geltendorf integriert. Die hölzerne Sperre zwischen offenen Warteraum und Bahnsteig ist noch ganz erhalten, lediglich die Tore sind inzwischen alle offen. Zwischen Bahnsteig und Straße befindet sich eine gemauerte Absperrung (Zaun), wo sich dahinter die Parkplätze für Autos befinden.
Im nördlichen Teil des Bahnhofes befindet sich die ehemalige Güterhalle, die den Gleisbereich mit der Straßen verbindet. Anschließend befindet sich noch eine Auffahrrampe, wo einst das Verladegleis lag.

Auf dem Dach des Bahnhofes befindet sich ein kleines Türmchen mit Holzschindeln. Darin ist auf allen vier Seiten eine Uhr angebracht, die rundherum mit Sternzeichen verziert ist und auch die Jahreszahl der Fertigstellung des Gebäudes wurde in diesem Zifferblatt integriert. Zu jeder vollen Minute kann man im offenen Warteraum die Mechanik hören, wenn sie wieder eine Minute weiterspringt. Es ist ein Geräusch, als wenn viel Mechanik in Bewegung gesetzt wird. Fast so wie das obere Bild wurde dieses schöne Türmchen damals schon von der Reichsbahn-Lichtbildstelle fotografiert in Richtung Norden. Dabei ist zu sehen, daß sich in den 40er Jahren in Richtung Utting - zum Riedener Wald - noch wenig große Bäume befanden.
Zwischen der offenen Wartehalle und dem Bahnsteig ist heute noch das ehemalige Sperrgitter vorhanden, daß in der heutigen Zeit nicht mehr geschlossen wird.

(Bild oben: Sommerhalle vom Bf. Riederau)

Rund um den Bahnhof:
Im Jahre 1975 wurde die mächtige alte Bahnhofsrestauration abgebrochen, die sich neben dem Bahnhof befand. Man fand fast an jedem Bahnhof an der Ammerseelinie entlang eine Gastwirtschaft, in der die Bahnreisenden und die Bahnangestellten oftmals einen geselligen Abend verbrachten (eigene Erfahrung). Hier in Riederau, wie in Dießen, ist der Weg zum Ammersee sehr kurz (ca. 100 Meter).
An der Heute aufgelassenen Ortsladeanlage wurde früher Holz aus den umliegenden Gemeinden wie Dettenhofen, Dettenschwang usw. verladen, daß den Bahnhof zur damaligen Zeit zu einem wirtschaftlichen Bahnhof machte. Der Bahnhof Riederau ist auch noch mit einem Fahrdienstleiter oder -leiterin, die noch die Schranke und das Einfahrtssignal bedienen, besetzt.

Riederau wurde im ersten Weltkrieg im ganzen Deutschen Reich bekannt, als die Sozialistin Gabriele Kätzler ein reformpädagogisches Landheim leiitete, das Anlaufpunkt für Revolutionäre und Lebensreformer war. Ab 1919 erhielten dadurch die Frauen im Freistaat Bayern das Frauenwahlrecht.

(Bild oben: Hier führt die Ammerseebahn  - zw. Riederau und Diessen - nur wenige Meter neben dem Ammersee vorbei)

Im südliche Bereich - Richtung Dießen - befindet sich bei Kilometer 38,2 ein Fußgängerüberweg für das am See gelegene Restaurant "Seehaus". An diesem Übergang muß der Gast sehr Vorsichtig sein, da er durch keine Blinklichtanlage und Schranke auf einen herannahenden Zug gewarnt wird.

Am 28.05.1997 wurde in der lokalen Presse berichtet, daß der Bahnhof Riederau langsam aber sicher verwildert und das zu einer Zeit, wo wieder viele Touristen an den Ammersee kommen. Schon im Mai 1998 konnte man bereits eine frische Farbe an den Wänden sehen die den Bahnhof wieder einladend machen.

Chronologie vom Bahnhof:

  • 22.07.1993: Eine 58jährige Frau wurde auf mit einem Drehkreuzgesicherten Fußgängerüberweg (Seehaus) von einem Nahverkehrstriebwagen erfaßt und getötet. Die Begleiterin konnte noch zurückspringen
  • Mitte August 1999 wurde im offenen Warteraum ein neuer, moderner Fahrkartenautomat installiert, auf dem die Bahnhöfe Kaltenberg und Greifenberg noch als Haltestellen geführt werden, obwohl diese schon seit Mitte der 80er Jahren geschlossen sind.
  • Im Frühjahr 2000 streikt die Turmuhr. Mal bleibt sie stehen, mal geht sie ca. 20 Minuten nach.
  • Entgegen den Meldungen in der Presse, wird der Fahrkartenverkauf bis 100 Km in Walleshausen und Riederau nicht zum 01.11.2001 eingestellt, lt. Fahrdienstleiter eines dieser Bahnhöfe.
  • Anfang 2002 wurde der Fahrkartenverkauf nun ganz eingestellt. Man kann abwarten, bis in Riederau kein Fahrdienstpersonal mehr vorhanden ist. Die vorhandene Schranke ist durch eine automatische Schranke jederzeit ersetzbar.
  • 12.2003: Der Uhrenturm wird vom Verschönerungsverein Riederau liebevoll restauriert - Vielen Dank. Spenden für den Verschönerungsverein sind erwünscht - DANKE.

(Bild oben: Uhrenturm vom Bahnhof Riederau)


Erlebnisse am Bahnhof Riederau:
Als ich (Homepageschreiber) am 16.09.1999 mit dem Schiff von Herrsching kam und auf die Ammersee-Bahn umstieg, hatte ich genug Gelegenheit den Bahnhof und sein Personal zu beobachten. Aufgefallen ist zuerst die Freundlichkeit einer jungen blonden Fahrdienstleiterin, die nicht mit harten Worten einen Fahrgast aufforderte sich von der Bahnsteigkante zu entfernen da ein Zug erwartet wurde, sondern Sie ging auf den Fahrgast zu und machte ihn darauf mit ruhigem, freundlichen Ton Aufmerksam.
Nur der Gleisbereich sieht sehr verwachsen aus. Hier müßten mal die Gleisanlagen mit biologischen Mitteln bearbeitet werden (wurde und wird noch zwischen den Bahnhöfen Türkenfeld und Geltendorf getestet).
Dagegen befanden sich Bahnsteig und Warteräume, sowie Fahrdienstleiterräume im sauberen Zustand.

Verschönerungsverein Riederau:

Zur 100-Jahrfeier am 16. Juni 2002 hat sich der Riederauer Verschönerungsverein vorgenommen, das äußere Erscheinungsbild des Bahnhofes zu verbessern. Nach eingehenden Gesprächen mit der Bahn AG wurde der Bahnhof gereinigt und die Sanierung des Uhrentürmchens in die Wege geleitet. Hierzu wird sich der Verschönerungsverein mit Eigenleistungen und einem finanziellen Beitrag beteiligen (Vielen Dank). Für die Zukunft will sich der Verein auch um den Blumenschmuck am Bahnhof kümmern, damit Reisende und Besucher, sowie Einheimische sich beim Anblick des Bahnhofes erfreuen können, der ja ein Aushängeschild für die Gemeinde ist. Ohne diesen Bahnhof wäre Riederau nicht das, was es Heute ist.

Bahnübergang Bierdorf:

Nachdem sich an diesem unbeschrankten Bahnübergang bereits ein tödlicher Unfall mit einem 9-jährigem Kind ereignet hatte, wurde jetzt erst nach vielen Jahren eine Halbschrankenanlage installiert, die im November 2010 für den Verkehr freigegeben wurde. In Betrieb genommen wurde die Halbschrankenanlage bereits im Oktober 2010.

 

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